Search
en  fr  de
EN
FR
DE
  1. Startseite
  2.  > 
    ECML-Programme
  3.  > 
    Programme 2024-2027
  4.  > 
    DECODE
  5.  > 
    developments

Erfahren Sie etwas über Kompetenzen für eine demokratische Kultur (KDK) und warum Sprache wichtig ist

Der Referenzrahmen für Kompetenzen für eine demokratische Kultur (RFCDC) des Europarats stellt ein umfassendes Modell von Kompetenzen dar, die eine Person benötigt, um Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu fördern und zu schützen. Diese Kompetenzen befähigen Einzelpersonen, sich zu engagieren, einen Beitrag zu leisten und als demokratische Bürger:innen zu handeln sowie friedlich und harmonisch mit anderen in kulturell vielfältigen Gesellschaften zusammenzuleben (Europarat 2018a). Der RFCDC bietet konkrete Leitlinien zur Bereicherung von Lehrplänen aus der Perspektive der demokratischen Bürger:innenschaft.

Obwohl das KDK-Modell in verschiedenen Fächern anwendbar ist, bietet der Sprachenunterricht aufgrund der engen Verbindung von Sprache und Demokratie besonders günstige Rahmenbedingungen für seine Umsetzung (Europarat 2020). Sprache ist nicht nur ein Kommunikationsmittel, sondern auch ein Medium, durch das demokratische Werte ausgedrückt, verhandelt und kritisch hinterfragt werden (Europarat 2022). In diesem Zusammenhang treten Sprachenlehrkräfte als zentrale Akteurinnen und Akteure auf, deren Einfluss über die Entwicklung der sprachlichen Kompetenz der Lernenden hinausgeht. Sie können die Fähigkeit der Lernenden fördern, sich kritisch mit komplexen Ideen auseinanderzusetzen, an interkultureller Kommunikation teilzunehmen und demokratische Werte im Diskurs zu reflektieren. So wird beispielsweise im Leitfaden zur Umsetzung des Europarats (2018c) hervorgehoben, wie man mit literarischen Texten, Dialogen im Unterricht und Lese- und Schreibdidaktik Einstellungen wie Ambiguitätstoleranz, Empathie und Offenheit gegenüber kultureller Andersartigkeit fördern kann.

Das Kompetenzmodell für eine demokratische Kultur umfasst 20 Kompetenzen, die in vier Felder aufgeteilt sind: Werte, Haltungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie Wissen und kritisches Verstehen (Europarat 2018a; 2018b). Die Deskriptoren können für die Lehrplanentwicklung, das Lehren und Lernen, die Bewertung und die Selbstreflexion verwendet werden, wodurch der Sprachenunterricht nicht nur fachliche Bildung ermöglicht, sondern auch einen demokratischen Raum schafft.

Abbildung 1. Modell der Kompetenzen für eine demokratische Kultur: © Europarat (2023), Referenzrahmen: Kompetenzen für eine Demokratische Kultur, Band 1, S. 40 

Weiterlesen

Zweites Implementierungstreffen des DECODE-Projekts

Das DECODE-Projekt nähert sich seiner spannendsten Phase: der praktischen Erprobung der KDK-basierten Unterrichtsaktivitäten, die von Lehrkräften, Lehrkräften in Ausbildungund von Lehrerausbilder:innen aus ganz Europa gemeinsam entwickelt wurden. Am 18. Februar 2026 organisierte das DECODE-Projektteam das zweite Online-Implementierungstreffen, an dem 30 Lehrerausbilder:innen und Lehrkräfte aus ganz Europa teilnahmen, die sich freiwillig bereit erklärt hatten, die Unterrichtsmaterialien in ihrem Primarstufenunterricht einzusetzen. Ziel dieses Treffens war es, einen einladenden und kooperativen Raum zu schaffen, in dem sich die Teilnehmenden kennenlernen konnten, und dafür zu sorgen, dass sich alle Beteiligten sicher und gut vorbereitet für die Pilotphase fühlten. Rollen, Verantwortlichkeiten, Zeitpläne, Zuteilungsverfahren und Unterstützungsangebote wurden eindeutig definiert, um den Lehrkräften zu helfen, sich klar zu orientieren und ein gemeinsames Verständnis für die Weiterarbeit zu entwickeln.

Weiterlesen

Abbildung 1: © Emina Jelešković / Quelle: Zweites Implementierungstreffen des DECODE-Projekts
Abbildung 2: © Martina Kramar / Quelle: Zweites Implementierungstreffen des DECODE-Projekts

PPT zum Download

Besonderes Augenmerk lag auf den Leitlinien zur Einbeziehung von Herkunftssprachen in den KDK-orientierten Sprachenunterricht - ein Kernprinzip, das sich durch alle Unterrichtsmaterialien zieht.

Die Lehrkräfte wurden ermutigt, das gesamte Sprachenrepertoire der Lernenden als wertvolle Ressource zu erkennen und Herkunftssprachen auf freiwilliger Basis, in einem geschützten Raum und auf unterstützende Weise in den Unterricht zu integrieren. Diese plurilinguale Perspektive ist fest in die KDK-basierten Materialien integriert, die für die Implementierung in der Primarstufe ausgewählt wurden. Die Vorlagen verbinden Sprachenlernziele mit Deskriptoren für Kompetenzen für eine demokratische Kultur und behandeln Themen wie Empathie, Inklusion, Identität, Nachhaltigkeit, kulturelle Vielfalt, Mobbing und Respekt. So sollen demokratische Werte im alltäglichen Sprachenunterricht sinnvoll vermittelt werden, während gleichzeitig sichergestellt wird, dass der sprachliche Hintergrund aller Lernenden anerkannt und wertgeschätzt wird.

Es war beeindruckend zu sehen, wie begeistert die Teilnehmenden von der praktischen Erprobung der Unterrichtsmaterialien im Sprachenunterricht waren. Eine Lehrerin fasste die allgemeine Stimmung perfekt zusammen: „Ich habe die CDC-basierten Materialien gesehen und würde am liebsten ALLE ausprobieren!

Ab März 2026 werden Lehrkräfte in neun EFSZ-Mitgliedsländern die Unterrichtsmaterialien in ihrem Sprachenunterricht erproben und dabei demokratische Kompetenzen mit plurilingualen und inklusiven Methoden verbinden. Strukturiertes Feedback nach jeder Aktivität wird dazu beitragen, die Projektergebnisse weiter auszuarbeiten und gezielt zu verbessern. Zur gemeinsamen Rücksprache über erste Erfahrungen findet im Mai 2026 das dritte Online-Implementierungstreffen statt. Diese Folgesitzung bietet Raum, um erste Unterrichtserfahrungen zu reflektieren, eventuelle Herausforderungen zu diskutieren und Erkenntnisse aus den beteiligten Ländern zu teilen, damit die Umsetzungsphase dynamisch und anpassungsfähig bleibt.

Um mehr über Kompetenzen für eine demokratische Kultur und Sprachenunterricht zu erfahren, sehen Sie sich die folgenden Ressourcen an.

Development of CDC-based teaching materials in language education

The participants of the DECODE network meeting that was held in Graz on 24-25 June 2025, were so inspired and motivated by the project that they continued to be involved through their autonomous group work on developing CDC-based teaching materials in language education. Each of the groups arranged 2-4 virtual meetings, during which the participants refined their ideas and finalised their activities.

View details

In Picture 1, you can see the members of a very creative and hard-working group: Melita Lemut Bajec, Jeanine Hennessy, Magdalena Pic and Tu Anh Ha, holding one such meeting. During this online collaboration moderated by the DECODE project team member, Emina Jelešković, they developed several great activities for the project.

Picture 1: © Emina Jelešković / Source: Online meeting attended by Emina Jelešković, Melita Lemut Bajec, Jeanine Hennessy, Tu Anh Ha and Magdalena Pic

Another group of innovative and productive teacher educators – Thomais Rousoulioti, Alma Žero, Laura Stenman and Jeanine Hennessy – arranged a series of online sessions in which, apart from designing CDC-based teaching materials, they discussed their further collaboration.

Picture 2: © Alma Žero / Source: Online meeting attended by Thomais Rousoulioti, Alma Žero, Jeanine Hennessy and Laura Stenman

The DECODE team was also impressed by the efforts of an enthusiastic and prolific tandem of Melita Lemut Bajec and Mateja Dagarin Fojkar from the University of Ljubljana, Slovenia, who created three more activities in addition to those produced in their working groups.

Notably, all other participants made considerable efforts within their groups in designing CDC-based activities, which are being added to the bank of project teaching materials.

Along with that, a member of the DECODE project team, Anna Shemaeva, was kindly invited by her PhD supervisor, María Elena Gómez-Parra, to deliver a seminar entitled “Fostering competences for democratic culture in young learners through language education” to a group of her fourth-year students in the Primary Education programme at the University of Cordoba, Spain.

This seminar offered attendees an opportunity to learn about the Reference Framework of Competences for Democratic Culture (RFCDC) and explore why and how to teach CDC in the language classroom. It also introduced the DECODE project – its goals and expected outputs, and the template proposed by the project team. In addition, group work was arranged for the pre-service teachers to put their new knowledge into practice and create CDC-based activities in language education following the DECODE template. Having worked on the assignment outside the classroom during the following week, each of the nine groups submitted high-quality activities, and some of these will be implemented in the DECODE project.

Teaching materials produced by all contributors are in the process of being reviewed by the DECODE project team and then forwarded to the ECML programme consultant Chantal Muller for further evaluation. This will be followed by feedback which will lead to the formation of the first set of the CDC teaching materials in language education.

Picture 3: © Anna Shemaeva / Source: Seminar “Fostering competences for democratic culture in young learners through language education” at the University of Cordoba, Spain

If you would like to explore developing competences for democratic culture through language education further, the resources below are a good place to start.

Netzwerk DECODE – Erfahrungsberichte
von Teilnehmenden

Das Netzwerktreffen des DECODE-Projekts, das vom 24. bis 25. Juni 2025 in Graz, Österreich, stattfand, stellte einen bedeutenden Meilenstein für das Projekt dar und war ein großer Erfolg. Dieser Erfolg wäre ohne die aktive Mitwirkung von Grundschullehrkräften, Sprachlehrkräften und Lehrerausbildenden aus ganz Europa, die ihre Erfahrungen, ihr Fachwissen und ihre vielfältigen Sichtweisen großzügig miteinbrachten, nicht möglich gewesen. Die Teilnehmenden schätzten einstimmig den kooperativen Charakter der Veranstaltung mit den gezielten Vernetzungsmöglichkeiten und dem reichhaltigen, anregenden Arbeitsumfeld. Sie konnten ihr Wissen über die Kompetenzen für eine demokratische Kultur (KDK) im Sprachenunterricht der Primarstufe vertiefen, Ideen austauschen, voneinander lernen und Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen erfahren.

1. Warum ist die Kompetenzentwicklung für eine demokratische Kultur in Ihrem beruflichen Kontext so relevant?

2. Welche besonderen Aspekte zeigen sich im DECODE-Projekt?

Weiterlesen

Im Verlauf der Diskussionen kristallisierten sich mehrere gemeinsame Erkenntnisse heraus. In vielen Bildungskontexten existiert politische Bildung als eigenständiges Unterrichtsfach, doch die Wirkung hängt häufig von den Überzeugungen, dem Selbstvertrauen und den zeitlichen Ressourcen der Lehrkräfte ab. Daher betonten die Teilnehmenden die Bedeutung einer schulumfassenden Ethik und der Einbindung des demokratischen Lernens in alle Unterrichtsfächer. Der Sprachenunterricht wurde dabei als besonders geeigneter Raum angesehen, da die Schülerinnen und Schüler durch die täglichen Interaktionen im Unterricht Dialoge, respektvollen Meinungsaustausch und begründete Argumentation einüben können. Die Teilnehmenden befassten sich damit, wie dies in unterschiedlichen Bildungskontexten konkret umgesetzt werden könnte. Bei der Schulsprache lag der Fokus auf der Mitarbeit und einem Unterrichtsgespräch, das allen Lernenden ermöglicht, sich einzubringen und begründete, nachvollziehbare Argumente zu entwickeln. Im Fremdsprachenunterricht standen interaktionale Routinen und die Erstellung von Aufgaben im Mittelpunkt, durch die Dialogfähigkeit und Perspektivenübernahme gezielt vermittelt werden können. In Bezug auf Schülerinnen und Schüler, die ihre Herkunftssprachen in den Unterricht einbringen, thematisierten die teilnehmenden Lehrkräfte zudem Fragen der Anerkennung und Zugehörigkeit. Sie betonten, dass die Wertschätzung des gesamten sprachlichen Repertoires der Lernenden die Mitarbeit fördern und ein demokratisches Klassenklima stärken kann. In Kleingruppen arbeiteten die Lehrkräfte daran, die im Referenzrahmen der Kompetenzen für eine demokratische Kultur (RFCDC) formulierten Deskriptoren (z. B. aufmerksames Zuhören, das Äußern von Standpunkten, Kooperation, Offenheit, kritische Reflexion und Bedeutungsvermittlung) in beobachtbare Verhaltensweisen und lehr- und lernbare Routinen des Sprachenunterrichts zu übersetzen. Sie entwickelten daraus Unterrichtsmaterialien, in denen die KDK in Aufgabenstellungen, Interaktionen und Bewertungen sichtbar verankert sind.

Da niemand die Erfahrungen und Sichtweisen der Teilnehmenden besser schildern kann als sie selbst, laden wir Sie ein, dieses Video anzusehen. Darin teilen Lehrkräfte aus Deutschland, Bosnien und Herzegowina, Schweden, Irland und Griechenland, die an der Veranstaltung teilgenommen haben, ihre Überlegungen dazu, warum die demokratischen Kompetenzen in ihrem beruflichen Kontext relevant sind und welchen Nutzen das DECODE-Projekt mit sich bringt.

Weiterführende Literatur